Hufrehe

 

Die Hufrehe ist eine massive Form der Stoffwechselerkrankung. Es handelt sich hierbei um eine nicht eitrige Entzündung der Huflederhaut, die durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann. Am häufigsten sind die beiden vorderen Hufe betroffen, seltener die beiden hinteren.

Hufrehe unterscheidet man in 3 Formen:

  1. akute Hufrehe
  2. die chronische Hufrehe
  3. die Geburtshufrehe


mögliche Ursachen der Hufrehe sind:

  • Gabe von zu viel gehaltvollem Futter (es handelt sich hierbei um die häufigste Form)
  • zu lange oder zu hohe Gabe von Arzneimitteln
  • ernste Koliken
  • verschiedene frühere Huferkrankungen


Im Frühjahr sind die Wiesen durch das erste junge Gras sehr eiweiß- und nährstoffreich. Durch die ersten Sonnenstrahlen bilden sich in den oft nachts noch gefrorenen Pflanzen sehr hohe Fruktangehalte, die nach neuesten Erkenntnissen Hauptauslöser der Hufrehe sind. Viele unbedarfte Pferdebesitzer bringen ihre Pferde nach einer langen Stallsaison im Winter sofort auf die Weiden. Die Pferde können dann nach Belieben frisches Gras fressen. Der Verdauungstrakt kann diese hohe Nährstoffdichte nicht verkraften, die daraus entstehende Vergiftung verursacht eine Entzündung im Huf. Diese führt zu einer Schädigung der kleinen Blutgefäße in der Lederhaut, die wiederum Flüssigkeit austreten lassen. Dadurch kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung im Bereich der Zehenwand. Die Folgen sind: hochgradige Schmerzen, viel Wärme und Pulsaktion (Arterie am Rohrbein tastbar).

Da die Flüssigkeit aus dem geschlossenen Huf nicht abfließen kann, wird die Verbindung zwischen der Hufwand und dem Hufbein gelockert, in diesem Fall spricht man von einer akuten Hufrehe.

Um dies zu vermeiden ist es wichtig, die Pferde langsam an frisches Gras zu gewöhnen. Daher sollte der Wechsel vom Stall auf die Koppel behutsam durchgeführt werden. Am Anfang werden die Pferde erst nach der normalen Fütterung im Stall für maximal 15 Minuten auf die Weide gebracht. Um dies auch kontrollieren zu können, muss der Pferdebesitzer sein Tier per Hand führen. Dies wird dann täglich wiederholt, wobei der Weidegang ausgebaut und verlängert wird, nach ca. 8-10 Tagen kann das Tier dann komplett auf die Weide gelassen werden. Wenn es aber während der Anweidung zwischenzeitlich eine Regenzeit gibt und die Pferde nicht mehr auf die Weide können , somit auch kein Gras mehr fressen, muss die Anweidung von vorne beginnen.

Anzeichen für eine akute Hufrehe sind z.B.:
* das Pferd stellt die Vorderläufe zur Entlastung des Drucks nach vorne und die Hinterläufe zum Ausgleich des Gewichtes unter den Körper
* es macht einen matten Eindruck
* Lahmheit, besonders wenn es in Kreisen läuft
* Ein oder alle Hufe sind heiß und man kann einen erhöhte Pulsation fühlen
* das Pferd tritt mit den Trachten auf und versucht dadurch die Zehen zu entlasten
* um einen Huf kurzfristig zu entlasten, bewegt sich das Pferd von einem Huf auf den anderen

Wichtig ist, bei einem Verdacht auf akute Hufrehe muss sofort gehandelt werden!!!

Wenn die akute Hufrehe nicht völlig geheilt wird und die Entzündung ebenfalls nicht vollständig weg ist, spricht man von einer chronischen Hufrehe.

Die Anzeichen für eine chronische Hufrehe sind:
* Ringe in der Hufwand, die von der Wandfläche zum Hufknorpel breiter werden
* Erweiterte weiße Linie mit Auftreten von Bluttaschen oder Abszessen
* Gesenkte Sohlen oder flache Hufe
* Konkav gewölbte Hufe, die Folge aus einem ungleichem Hufwachstum


Bestimmte Pferdetypen, können besonders anfällig für diese Erkrankung sein:
* Ponys
* Übergewichtige und gestresste Pferde
* Pferde mit Stoffwechselveränderungen
* Pferde die schon einmal an Hufrehe erkrankt sind

Es gibt verschiedenen Behandlungsmethoden für Hufrehe, die von den individuellen Umständen abhängig ist. Wichtig ist, dass die Behandlung sofort nach der Erkrankung erfolgen sollte, denn umso eher diese beginnt, desto besser sind die Heilungschancen.


Folgende Selbstmaßnahmen sollten sofort ergriffen werden, diese sind:
- ein Pferd mit akuter Hufrehe sollte kein Weidegras mehr erhalten
- Hufeisen, wenn vorhanden, sofort entfernen
- den oder die Hufe, wenn das Pferd es zulässt, in einen Eisbeutel oder in einen Eimer mit kaltem Wasser stecken, wenn es dies nicht zulässt – den Huf mit einem Schlauch abspritzen (dies wirkt schmerzlindernd und unter Umständen kann es das Fortschreiten der Krankheit aufhalten)
- auf den Tierarzt oder Tierheilpraktiker warten

Nachdem die Symptomatik abgeklungen ist, sollte eine Hufkorrektur als Nachbehandlung durch den Hufschmied erfolgen, diese sollte so aussehen:
- Rehebeschlag
- durch die Hufrehe entsteht ein rasches und krankhaftes Hornwachstum, daher müssen sie häufiger geschnitten und korrigiert werden.

Besonders wichtig ist neben der Symptombehandlung die Regeneration des Stoffwechsels und eine optimale problemgerechte Versorgung des Pferdes.
Hier ist der Einsatz spezieller Kräutermischungen besonders wirksam und wichtig, um diese Problematik langfristig in den Griff zu bekommen:
Die Entgiftung des gesamten Körper des Pferdes, insbesondere die Leber und die Nieren, hat hier absolute Priorität.

Zusätzlich muß der Stoffwechsel angeregt werden und eine Durchblutungssteigerung und Herzstärkung erreicht werden.

Hier haben sich flüssige Kräutertinkturmischungen als Intensivanwendung wie Brennnessel, Gingko, Goldrute, Mariendistel, usw. bewährt, die ernährungsbedingt den Körper diesbezüglich hervorragend unterstützen.

Zudem ist besonders in einer Problemsituation wie Hufrehe eine ausgewogene und verträgliche Versorgung mit Spurenmineralien und Mikronährstoffen für das Pferd ein wichtiger Baustein.

Abschließend ist zu diesem Thema festzustellen:

Die kontrollierbaren Ursachen sollten verhindert bzw. abgestellt werden. Die Ernähung eines bereits betroffen Pferdes sollte „mager“ und zudem ausgewogen sein. Eine gute und routinemäßige Gesundheits- und Hufpflege sowie ein rein natürliches Fütterungskonzept bildet hier das Fundament zum dauerhaften Erfolg.

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